Achtsamkeit

Du kannst dich nicht selber finden, indem du in die Vergangenheit gehst. Du findest dich selber, indem du in die Gegenwart kommst.

Eckhart Tolle

Reflektieren – Beobachten – Verändern

Psychotherapie als „Sorge für die Seele” ist per se eine Form der Innenschau, der Selbstreflexion. Etwas über sich zu erfahren ist ein erster Schritt, es auch im Alltag umzusetzen ein weiterer und die eigentliche Herausforderung. Unsere erlernten Denk-, Fühl- und Verhaltensmuster sind uns im Laufe des Lebens in Fleisch und Blut übergegangen, sie haben sich automatisiert.

Die heilende, psychotherapeutische Kraft der Achtsamkeit ist vor allem hier zu verorten: Achtsamkeitsübungen bedeuten das Training der Kompetenz, innezuhalten und zum Zuschauer seiner Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen zu werden, um sich ihrer bewusster zu sein. Bewusste Wahrnehmung ist das Gegenteil von automatisierten, impulshaften Abläufen. Sie ist der Nährboden, auf dem bewusste Entscheidungen und, Schritt für Schritt, ein bewussteres Handeln möglich werden. Wer sich neu mal bei etwas zusieht, dem wird es leichter fallen, es beim zehnten Mal anders zu tun.

Abgrenzungsfähigkeit

„Wenn ich in Achtsamkeit die Gedanken und Gefühle für einen Moment beiseitelegen kann, dann aufgrund der meinem Bewusstsein eigenen Fähigkeit, sich abzugrenzen. Achtsamkeit ist das Training dieser Fähigkeit. Umso leichter werde ich mich dann von den anderen, ihren Meinungen, Erwartungen und Wertvorstellungen abgrenzen können, anstatt mich in ihnen zu verlieren. Durch Achtsamkeit wird die Grenze klarer und greifbarer, sodass ich selbst für mich klarer und greifbarer werde. Ich bin dann kein Opfer - weder meiner eigenen Gedanken und Gefühle noch der Meinungen und Erwartungen anderer. Sondern ich beobachte, erlebe und erfahre zugleich.”