Idiolektik®

Der Mensch enthüllt sich in seiner Sprache ... Jeder Mensch hat seine einzigartige Weise, sich auszudrücken, die niemand nachahmen kann.
Das technische Wort für Eigensprache ist Idiolekt.

A. D. Jonas

Die Sprache jedes Menschen ist einzigartig, weil sie durch dessen psychische und körperliche Verfassung unwillkürlich beeinflusst wird: aktuelle Themen, Problematik, Gefühle und Körperempfinden bewirken eine spezifische Einfärbung der Ausdrucksweise und ergeben damit die Eigensprache, den Idiolekt. Die Eigensprache ist deshalb vergleichbar mit einem „Querschnitt der seelischen Konstellation einer Person” (Jonas).

Durch das gezielte Eingehen auf die Eigensprache lässt sich umgekehrt ein Einblick in die „seelische Konstellation“ gewinnen und zugleich die Wahrnehmung für die zur Verfügung stehenden Ressourcen und Handlungsmöglichkeiten verstärken oder wiederherstellen.

Ein idiolektisch geführtes Gespräch ist anders, es ist paralogisch und vor allem bildhaft und metaphernreich, denn „wir haben einen Teil des Gehirns, der Dinge im Vegetativum erfassen kann, für die wir keine Worte haben. Bilder!“, so der Begründer dieser Gesprächsführung David Jonas.

In der Idiolektik geht es also um einen Zugang zu sich selbst, seinen Gefühlen, Bedürfnissen und Bewältigungsstrategien, um eine heilsame Öffnung nach Innen auf seine „innere Weisheit“ und Kraftquellen hin. Starre Denkmuster können aufgelockert und alternative Sichtweisen zutage gefördert werden. Idiolektik will Verständnis für den eigenen Organismus und die eigene Problematik vermitteln, auch im Sinne der Nachsicht und der Würdigung ihrer Gründe in einem bestimmten Lebenszusammenhang. Dadurch erlangt der Mensch mehr Souveränität im Umgang mit dieser Problematik und erlebt sich als handlungsfähiger. Die Selbstheilungskräfte werden aktiviert.